Was ist Bauchtanz?
Der Orient – geheimnisvoll und fremd. Wörter wie Tempel, Harem, Weihrauch und eben auch Bauchtanz klingen so verführerisch wie aus 1001 Nacht. Das beflügelt die Fantasie.
So hat der Bauchtanz oder auch orientalische Tanz in vielen Köpfen noch immer etwas anrüchiges und zuweilen auch etwas provozierendes. Sexuelle Anmache, halber Striptease, Bauchwackeln, usw. sind oftmals die klischeehaften Vorstellungen des orientalischen Tanzes. Das diese Vorstellungen nach wie vor existieren, ist nicht zuletzt auch die Schuld so mancher Tänzerin, die dem Ruf des orientalischen Tanzes durch schlechte Darbietungen, mangelnde Kenntnisse, „billige“ Kostüme, usw. schadet.
So scheint es erforderlich, diese Vorstellungen zu korrigieren und den Versuch einer Erklärung zu geben, was der Bauchtanz eigentlich ist.
Der orientalische Tanz ist ein sehr ursprünglicher Tanz mit jahrtausendalter Tradition. Seine Wurzeln gehen zurück bis in die Amra-Kultur (4000-3200 v. Chr.). Zu dieser Zeit war der Tanz natürlich nicht der Bauchtanz, wie wir ihn heute kennen, sondern er entwickelte sich über den Ritual, Kult-, Tempel- und Volkstanz bis hin zum heutigen Schautanz. Der Unterhaltungswert steht heute im Vordergrund.
In den westlichen Ländern etablierte sich der Bauchtanz zunächst in den 60er Jahren in den USA. Seit nun mehr fast 2 Jahrzehnten erfreut sich dieser Tanz aber auch in Deutschland immer wachsender Beliebtheit.
Jede Frau oder auch Mann, die/der sich längere Zeit mit dieser Tanzform beschäftigt, wird spüren, dass der orientalische Tanz eine ernst zu nehmende Tanzform ist, die sehr wohl gleichberechtigt neben Ballett, Modern Dance oder auch den Standard-/Lateintänzen stehen kann. Viele langjährige Tänzerinnen aus dem Bereich Bauchtanz, bemühen sich heute sehr intensiv darum, dass der Bauchtanz diese Stellung erhält. Bis heute ist dadurch erreicht worden, dass der orientalische Tanz den Stellenwert einer semi-professionellen Tanzform erreicht hat und aus dem Schatten des reinen Hobby-Tanzes heraustreten konnte.
Das bedeutet natürlich nicht, dass nun aus jeder Hobby-Tänzerin eine Profi-Tänzerin werden soll oder gar muss. Es geht hier lediglich um die Stellung des orientalischen Tanzes in der Gesellschaft.
Der orientalische Tanz besteht aus einer Vielzahl isolierter Bewegungen, deren Zusammenführung und Kombination erst den fertigen Tanz ergeben. Er ist daher auch nicht leicht zu erlernen. Jede Tänzerin, die sich längere Zeit und mit viel Geduld diesem Tanz widmet, wird dafür jedoch mit einem fließenden, weichen Tanzkönnen belohnt.
Alle diese Punkte sowie auch die gesundheitlichen Aspekte (s. Rubrik "Bauchtanz und Gesundheit") haben dazu geführt, dass der orientalische Tanz sich in Deutschland etabliert hat. Wurde der orientalische Tanz hier zunächst nur auf klassische Weise erlernt, erfährt er heute bereits eine Entwicklung, indem auch Einflüsse aus anderen Tanzformen, wie z.B. Flamenco, indischer Tanz, usw. aufgenommen werden.
